Der Blick hinter die Kulissen

Heutzutage fragen wir bei allem: Was bringt mir das? Die Frage
wird noch elementarer, wenn es um etwas geht, bei dem ich
mich anstrengen, oder gar ein größeres Opfer bringen muss.
Natürlich will man seine Zeit, seine Kraft und sein Geld nicht
für unnütze Dinge vergeuden. Doch unser Vers setzt noch tiefer
an. Hier wird nicht auf die Tränendrüse gedrückt, um jemanden
zum Spenden einer milden Gabe zu bewegen, sondern es wird
an das Herz appelliert: wer sich des Geringen erbarmt. D.h. sich
mit einem Geringen zu beschäftigen, mit jemandem, der in
der Gesellschaft nicht angesehen ist, der nicht im Mainstream
schwimmt oder nicht mitschwimmen will. Es beginnt mit einem
Gespräch, es entsteht Vertrauen und ein tieferes Verständnis,
was die Basis für eine echte Hilfeleistung ist.
Salomo aber gestattet uns dann noch einen Blick hinter die
Kulissen: In Wirklichkeit hat derjenige, der sich des Geringen
erbarmt, Gott beschenkt. Gott aber lässt sich nie beschenken,
ohne nach dem Maß seiner Herrlichkeit zurückzuerstatten.
Gott liebt es, wenn wir uns um Elende kümmern. Der Segen ist
vielfältig: Gott schenkt Fröhlichkeit und Gelassenheit, aber er
vermag auch genügsam zu machen, Bewahrung und Gelingen
zu geben und vieles mehr, was wir nicht kaufen können.

Aufgabe:

Gibt es in deiner Umgebung bedürftige Menschen, denen du auf irgendeine Weise
eine Hilfe und Ermutigung sein könntest?

Bibelvers:

Wer sich des Geringen
erbarmt, leiht dem
Herrn; und er wird
ihm seine Wohltat
vergelten.
(Sprüche 19,17)

Euer Nikolaus Obersteiner