Klug werden.

Eigentlich gibt es für einen Spötter wenig Hoffnung auf Besserung. Er weiß doch alles besser und schaut auf alle anderen, vor allem auf Tugendhafte, spottend herab. Doch gibt es bei denen, die sonst immer eine kesse Zunge schwingen, auch solche, die unter gewissen Umständen zum Nachdenken kommen. Da ist eine Krankheit, die ihn aus der Bahn wirft, ein Mensch, der ihm viel bedeutete und plötzlich aus dem Leben gerissen wird oder aber eine verlorene Diskussion, wo ihm mal jemand kräftig den Kopf wusch. Er war bisher einfach blind und meinte, es sei alles in bester Ordnung. Und dann geschieht etwas Seltsames, Erstaunliches: aus einem Spötter wird ein Weiser. Bei einem Verständigen ist es anders. Er weiß, dass er nichts weiß. Er kann sich etwas sagen lassen, sich die Meinung anderer anhören und sie ernst nehmen. So lernt er daraus und nimmt an Erkenntnis zu. Man muss nicht alle Fehler selber machen. Es ist wesentlich klüger aus den Fehlern anderer zu lernen, denn das Lehrgeld, das diese für ihre Unwissenheit bezahlten, ist genug. So ist derjenige, der hören und von anderen lernen kann, klar im Vorteil. Deshalb sei schnell zum Hören und langsam zum Reden. Wahrheiten wollen geistlich verdaut sein, wenn sie Kraft spenden sollen.

Aufgabe:

Wo hast du durch das Lernen aus dem Fehler eines anderen kräftig profitiert? Sag es ihm! Vielleicht freut er sich.

Bibelvers:

Schlägst du den Spötter, so wird der Einfältige klug; und weist man den Verständigen zurecht, so wird er auf Erkenntnis achtgeben.
Sprüche 19,25

Euer Nikolaus Obersteiner

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